Tiermumpitz

Tiere sind besser als Menschen. Deswegen haben sich bei ‚Tiermumpitz‘ die deutschlandweit besten Schauspieler zusammengefunden, um das Leben der Tiere auf eine ganz neue Art und Weise zu erkunden – indem sie Tiere in Tierdokus spielen. Menschen als Tiere – ein Versuch, ihnen näher zu treten, ihre Wesen zu erkunden … und eine Menge Spaß zu haben.

 Pferde

Pferde sind schon seit Jahrtausenden mit dem Menschen verbunden, sei es als Freund und Begleiter, als Kumpane in der Schlacht, als Turnierpartner, als Arbeitshilfe oder als Salami. Sie sind anmutige Tiere, deren Majestät von niemandem bestritten werden kann. Ihre Stärke lässt alle ehrfürchtig erstarren. Bis heute, trotz technischer Fortschritte, zählt das Pferd zu den beliebtesten Haus- und Nutztieren. Vor allem im Tourismus sind sie immer stärker gefragt.

Jedoch gibt es nicht einfach nur ‚das Pferd‘. Es gibt weltweit zahlreiche Rassen des gemeinen Hauspferdes (lat.: Equus ferus caballus), die alle einen gemeinsamen Vorfahren haben – das Wildpferd (lat.: Equus ferus).

Externe Merkmale

 Das Aussehen des Hauspferdes variiert in Körperbau, -größe, Fell und Farbe. Man unterscheidet Pferdetypen in Ponies, Voll-, Halb-, Kalt- und Warmblüter. Die Bezeichnungen richten sich nach dem Verhalten des jeweiligen Pferdetyps, nicht wie gemeinhin angenommen nach der Wärme oder Menge des Blutes. Vollblüter sind meist nervös und leicht erregbar und sind oft im Sport tätig. Sie basieren auf der Araberzucht. Kaltblüter reagieren eher ruhig und bedächtig auf unerwartete Ereignisse. Eigentlich sind alle natürlichen Pferderassen außer den Arabern Kaltblüter, die edlen, eleganten Geschöpfe fallen also auch mit ihrem Verhalten aus dem Rahmen. Der Körperbau der Kaltblüter ist kräftiger und ihr Gemüt ist sanfter als das der Araber. Ihnen macht das Fahren vor der Kutsche großen Spaß. Warmblüter sind eine Kreuzung der beiden Rassen und werden sowohl beim Reiten als auch beim Fahren eingesetzt. (Anm. d. Red.: Warum überhaupt noch andere Rassen gezüchtet werden, wurde uns auch nach langer, intensiver Recherche nicht klar.)

Mit einer Schulterhöhe (auch als Widerrist bekannt) bis zu 1,48 Meter sind Ponys die kleinste Pferderasse abgesehen von den Miniponys, deren Schultern nicht über 40 cm über den Boden ragen. Die größten Pferde sind Shire-Horses, sie werden bis zu 2,20 Meter groß. Falabellas, die Miniponys, wiegen um die 90 Kilogramm, für ihre Größe immer noch sehr stattlich, Shire-Horses können bis zu 1,2 Tonnen schwer werden. Die Augen der Pferde liegen seitlich am Kopf. Daher können sie fast rundum sehen und haben ein stark eingeschränktes räumliches Sehvermögen. Nicht wundern, wenn Sie in Pferd von der Seite betrachtet, denn was sich genau vor ihrer weichen Schnauze befindet, sehen sie erst, wenn sie den Kopf drehen. Nach hinten können natürlich auch diese wunderbaren Tiere nicht schauen. Im Dunkeln ist ihr Sehvermögen wiederum sehr viel besser als das der Menschen, auch wenn es ein wenig dauern, bis sie sich daran gewöhnen. Auch ihr Gehör ist sehr fein. Die Ohrmuscheln lassen sich um 180° drehen, somit kann das Pferd gezielt hören.

Pferde haben verschiedene Fellfarben. Auf freier Wildbahn ist der Falbton (ein helles Braun) wohl der geschickteste, um sich vor Raubtieren zu verstecken. Die Abzeichen auf seinem treuen, schönen Gesicht, auf den starken Beinen und am drahtigen Körper helfen zur Unterscheidung zwischen verschiedenen Pferden. Die häufigsten Abzeichen im Gesicht sind: Stern, Schnippe, Flocke und Laterne.

Fortpflanzung

 Obwohl sie erst im Alter von sieben Jahren körperlich ausgewachsen sind, können Stuten schon zwischen dem 12. Und 18. Lebensmonat geschlechtsreif werden, Hengste lassen sich manchmal bis zum 20. Monat Zeit.

Hengste gelten wegen ihres starken Geschlechtstriebs und ihrer hormonbedingten Aggressivität als schwer berechenbar. Wittert der Hengst eine rossige Stute, versucht er meist alles, um zu ihr zu gelangen. Dabei kommt es häufig zu Verletzungen wenn die Einzäunung unangepasst ist oder die Stute sich gemeinerweise von der falschen Seite eines Zauns präsentiert.

Sozialverhalten

 Pferde sind Herdentiere, daher besitzen sie eine ausgeprägte Körpersprache zur Verständigung untereinander. Die kleinste soziale Einheit der Pferde ist eine Gruppe, ihr eigener Freundeskreis. Sie besteht mindestens aus drei (zwei Pferde gelten als Duo oder verliebtes Paar) bis maximal 35 Tieren obwohl es keine Obergrenze in dem Sinne gibt. Bei großen Gruppen ab 20 Tieren gibt es oft mehrere Hengste, da sie sonst mit der Beglückung der Stuten ja kaum hinterher kommen würden. Ungleich eines Freundeskreises bei Menschen, bei dem besonders auf Gleichheit aller geachtet wird, gibt es eine Rangordnung, die sich bei Abgängen und Zuwächsen immer wieder neu sortiert, dieser Vorgang kann auch ein wenig gewalttätig vonstatten gehen.

Junge Hengste werden mit der Geschlechtsreife vom Alphatier vertrieben und bilden Jungverbände. In diesen messen sie ihre Kräfte und versuchen schließlich, eine Herde zu erobern, indem sie einen Leithengst herausfordern. Manchmal erliegen Stuten ihren Trieben nach jungen, starken Männern und verlassen eine Gruppe für einen jüngeren Hengst, um mit ihm eine neue Gruppe zu gründen oder sich der seinen anzuschließen.

  Nahrung

 Präferierte Nahrung der Pferde ist neben Karotten, Hafer und Stroh vor allem Gras. Ein gewöhnliches Pferd braucht ungefähr sechs Kilo Heu am Tag. Mit jeder Stunde schweißtreibender Arbeit gibt es noch ein Kilo Kraftfutter, meistens Hafer, oben drauf, maximal jedoch fünf Kilo am Tag. Natürlich müssen auch bei der Fütterung die individuellen Bedürfnisse eines jeden Pferdes beachtet werden. Um den Mineralienbedarf eines Pferdes abzudecken, kommen meist Minerallecksteine zum Einsatz.

Der Wasserbedarf eines einzelnen Pferdes beläuft sich täglich auf dreißig bis sechzig Liter. Bekommt ein Pferd nicht genug Wasser, erkrankt es im Ernstfall an einer Kolik. Apfelsaft ist keine Alternative. Das Pferd darf jedoch selbst entscheiden, wie viel Wasser es braucht. Meist wird es durch eine Selbsttränke versorgt.

Wöchentlicher Tiermythos: Pferde

Man hat schon Pferde kotzen sehen

Diese Floskel wird verwendet, um ein unrealistisches Ereignis zu verspotten.

 

Ein Beispiel gefällig?

„Ich werde ein Album produzieren, das erfolgreicher wird als alle bisherigen Produktionen von Michael Jackson zusammen!“

„Ach ja? Und ich habe schon Pferde kotzen sehen.“

 

Tatsächlich können Pferde nicht kotzen, sonst sterben sie.